mashART – Alamannen von Rhî-Ems, Kulturverein


 
   

Foederati Fabricae

Schmied, Bronzegießer, Knochenschnitzer, Lederer, Töpfer...

Die Idee, auf der Basis eines frühgeschichtlichen Handwerks die Lebensweise in der Spätantike nachzuempfinden und für Interessierte anschaulich darzustellen, hat uns zu Verbündeten gemacht. Wir erheben nicht den Anspruch, den Historikern zu weiteren Erkenntnissen zu verhelfen. Doch wer die Herausforderung einer "Zeitreise" annimmt, kennt bald das unbeschreibliche Gefühl, sich in die Welt unserer Vorfahren zu begeben und beim Erleben alltäglicher Situationen den Wert der Dinge neu zu beurteilen.



Auf der Wanderschaft zwischen den Zeiten kann man erahnen, was das Leben tatsächlich ausmacht. Was die Archäologen in der Erde finden, behutsam ans Tageslicht befördern, katalogisieren, auswerten und schließlich im Museum dem interessierten Besucher in Glasvitrinen präsentieren, wird zu neuem Leben erweckt. Fibeln halten wieder Gewänder zusammen, Bundschuhe versuchen im feuchten Gras Halt zu finden, im Tontopf brennt die Suppe an weil er zu lange im Feuer steht, der Schmied fertigt ein Schwert das dem Grabfund genau gleicht, dem Töpfer gelingt es aus hellem Ton schwarze Keramik zu brennen, die mit Brettchen selbstgewebte Borte schmückt den Prachtmantel und mit Hilfe eines Knochenkammes kann man aus langem Männerhaar einen eindrucksvollen Suebenknoten binden. So erschließt sich uns Schritt für Schritt die Lebensweise unserer Vorfahren.

[ WebSite der Foederati Fabricae ]


Authentische Germanendarstellung der Römischen Kaiserzeit und der Zeit der Völkerwanderung

Kerstin - die Töpferin
Keramik zerbricht, aber sie vergeht nicht. Gefäße und Scherben bleiben über Jahrtausende erhalten und zeugen von der Kunstfertigkeit und dem Schönheitssinn unserer Vorfahren. Keramik wurde in allen Lebensbereichen genutzt: Als schlichte Kochtöpfe, schmückendes Tafelgeschirr, als kunstvoll gefertigte Kultgefäße und schließlich als Urnen, in denen nicht nur die Asche der Toten sondern auch die Reste der Bestattungsbeigaben der Erde anvertraut wurden. Tongefäße waren Behältnis und Mittel des Ausdrucks zugleich.

Markus - der Bronzegießer
Sollte ich nicht gerade in meiner Werkstatt arbeiten, ist es nicht ganz unwahrscheinlich, dass ich gerade als Darsteller eines spätrömischen Foederat in einer altsächsischen Ausstattung um 400 n. Chr. unterwegs bin. Die "Saxones" waren keineswegs nur Söldner und Piraten, sondern auch Künstler und Handwerker. Auch ich stelle Schmuck und andere Gegenstände aus Bronze her.

Sven - der Waffenschmied
Die Eisenverarbeitung bei den Germanen wird durch Funde von Schmiedewerkzeugen sowie Verhüttungsplätzen nachgewiesen. Die Schmiede fertigten überwiegend Kleingeräte, Waffen, Beschläge und Bestandteile der Tracht. Man beherrschte alle bekannten Schmiedetechniken. Hammer, Meißel, Feile und Zange waren bekannt... große Hornambosse wie sie heute benutzt werden, gab es nicht. Man benutzte kleine viereckige Ambosse, ähnlich den heutigen Dengelstöcken. In der Dorfgemeinschaft war der Schmied vermutlich schon ein spezialisierter Handwerker. Genauso wird es aber auch Wanderhandwerker gegeben haben. Meine Handwerksvorführungen geben Einblick in die Schmiedearbeiten der damaligen Zeit.

Andreas - der Knochenschnitzer
Knochen, Geweih und Stoßzähne (= Bein) zählten neben Holz und Stein zu den ersten Arbeitsmaterialien der Menschen. Seit dem Paläolithikum wurde Bein zu Schmuck, Werkzeugen und Waffen, zu Musikinstrumenten, Spielzeug u. v. m. verarbeitet. Seine Bedeutung als Universalwerkstoff ging auch mit dem Beginn der Metallzeitalter nicht vollständig verloren. Wer sich keine Gewandnadel aus Bronze leisten konnte, benutzte nach wie vor eine aus Knochen, allerdings im modernen Design. Zum Kopieren des teuren Metallschmucks eignete sich Knochen ja bestens. Als Material für Kämme war Bein sowieso der Renner, und blieb es über Jahrtausende.

Andreas - der Lederer
Verschiedene Lederreste bzw. Schuhwerke, Gürtel und Kleidung wurden in den Mooren über viele Jahrhunderte konserviert. Dies sind Belege für das handwerkliche Geschick und Können im Bereich der Lederverarbeitung. Das Bedürfnis sich zu kleiden besteht schon sehr lange, jedoch unterschätzt man aufgrund der Industrialisierung heutzutage, dass Leder ein kostbarer Rohstoff ist, der gekonnt bearbeitet werden muss. Unter der Vielzahl möglicher Arten der Gerbung ist anzunehmen, dass früher auf die Hirngerbung, auch Sämischgerbung genannt, zurückgegriffen wurde. Sie gilt als eine der ältesten Methoden der Menschheit, um Tierhäute weich und haltbar zu machen.

 


 

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